Wieso kommt es zu Gelenkblutungen?

Alltäglichen Belastungen der Gelenke wie Treppen laufen oder springen führen immer wieder zu Rissen in der Gelenksinnenhaut. Diese ist sehr gut durchblutet. Bei einer normalen Blutgerinnung wird die entstandene Blutung schnell gestoppt.

Ist die Blutgerinnung jedoch stark beeinträchtigt, sammelt sich das Blut im Innern des Gelenks und übt zusätzlichen Druck auf die Gelenksinnenhaut aus. Ein entzündlicher Prozess beginnt. Dieser führt zu einer Synovitis, einer Entzündung der Gelenkinnenhaut. 

Ohne Intervention entsteht ein Teufelskreislauf, in dessen Folge die Synovitis chronisch werden und sich das Gelenk dauerhaft verändern kann. Es bildet sich Knorpel und das Gelenk versteift. Dies lässt sich jedoch mit geeigneten Maßnahmen verhindern.

Betroffen von Gelenkblutungen sind meist Patienten mit einer schweren Variante der Hämophilie. Bei einer mittelschweren oder leichten Variante der Erkrankung reicht die Blutstillung meist aus, um auf die Blutungen zu reagieren.

Auf welche Anzeichen muss ich achten?

Gelenkblutungen äußern sich durch eine Reihe von Symptomen. Nicht immer treten alle davon auf.

Achten Sie auf:

  • Schwellung und Rötung des Gelenks
  • Kribbeln im Gelenk
  • Gelenkschmerzen
  • Erwärmung des Gelenks
  • Berührungsempfindlichkeit des Gelenks
  • Eingeschränkte Bewegungsfähigkeit des Gelenks

Eltern von Kindern mit Hämophilie sollten außerdem auf die Bewegungsmuster Ihres Kindes achten. Gerade wenn die Kinder Schmerzen oder Missempfindungen noch nicht klar kommunizieren können, sind Auffälligkeiten in der Art der Bewegung ein wichtiges Anzeichen für eine Gelenkblutung.

Betroffen sind häufig Sprunggelenke, Kniegelenke und Ellenbogengelenke. Erfahrene Hämophilie-Patienten kennen ihre „Problemgelenke“ häufig bereits.

Erste Sofortmaßnahmen

Am besten besprechen Sie bereits im Vorfeld mit Ihrem behandelnden Arzt, was im Fall einer Gelenkblutung zu tun ist und wann er informiert werden möchte.

Weiterhin können Ihnen diese Maßnahmen helfen, wenn Sie eine Gelenkblutung bei sich bemerken:

Ruhigstellen

Vermeiden Sie Belastung, um das Gelenk vor weiteren Blutungen zu schützen. Schonen Sie das Gelenk nach Möglichkeit für 24h.


Kühlen

Die Kälte wirkt schmerzlindernd und abschwellend. Außerdem wird der gekühlte Bereich weniger durchblutet.
Wichtig: Niemals ein tiefgefrorenes Kühlpack oder Eis auf die nackte Haut legen!


Kompression

Ein Kompressionsverband oder -strumpf beschleunigt das Abschwellen und unterstützt die Heilung.


Hochlagern

So verringert sich der Druck auf die Blutgefäße im Gelenk und Nachblutungen werden verhindert.


Außerdem wichtig:

Führen Sie Ihrem Körper Gerinnungsfaktoren zu, wie Sie es mit Ihrem Arzt besprochen haben. Die Gabe von Faktorpräparaten sollte in der Regel innerhalb von 2 Stunden nach Auftreten der Blutung erfolgen.

Vorbeugung und langfristige Behandlung

Ein einmal in den Gelenken angerichteter Schaden lässt sich nicht mehr reparieren. Bei einem versteiften Gelenk ist der Ersatz durch ein künstliches Gelenk die einzige Option. Daher zielt die langfristige Behandlung darauf ab, möglichst keine Gelenkblutungen mehr entstehen zu lassen.

Ein wichtiger Eckpfeiler, um das Entstehen einer Gelenkblutung zu verhindern, ist die prophylaktische Gabe von Gerinnungsfaktoren. Bei gut eingestellten Patienten kann der Körper gesund auf einen Riss in der Gelenksinnenhaut reagieren.

Eine wichtige Rolle spielt auch die körperliche Ertüchtigung. Keinesfalls sollte man aus Angst vor Verletzungen auf Bewegung verzichten. Eine kräftige Muskulatur sowie Ausdauer und Koordination minimieren das Verletzungsrisiko. Allerdings sollte die Art des Trainings an den Zustand der Gelenke angepasst werden, am besten in Zusammenarbeit mit einem Physiotherapeuten. Außerdem sollten bei der Auswahl von Sportarten auch auf die Belastung der Gelenke und das Risiko für Verletzungen geachtet werden. So ist beispielsweise Schwimmen besser geeignet als Joggen.

Ebenso trägt eine gesunde Ernährung zur Stärkung der Gelenke bei. Übergewicht sollte vermieden werden, da es für die Gelenke eine zusätzliche Belastung darstellt und so das Risiko von Einblutungen erhöht.

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Quellenangaben

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